WARUM EINE DOULA?

Die Frage, warum eine Doula dir zu einer sicheren und unvergesslichen Geburtserfahrung verhelfen kann, beantworte ich am besten nicht selbst, sondern übergebe das Wort an der Stelle an eine meiner Mentorinnen: Debra Pascali-Bonnaro. Den originalen Beitrag findest du auf Debra's Website auf Englisch, ich habe den Beitrag hier übersetzt.

 


1. "Das Krankenhaus, mein Arzt und die Hebammen sind für mich da!"

Viele Frauen glauben, dass sie keine Doula brauchen, weil ihr Krankenhaus schlicht und ergreifend so toll ist und die Krankenschwestern/ Ärzte und Hebammen für sie da sein werden. Das stimmt leider nicht ganz.

 

In Krankenhäusern auf der ganzen Welt sind Hebammen oft für 2 bis 3 Patienten zur selben Zeit verantwortlich. Sie sind außerdem verpflichtet, den Verlauf der Geburt zu dokumentieren und Protokoll zu führen, was dazu führt, dass sie oft mehr Zeit am Computer verbringen als sie bei der Frau sein können, um ihre Hand zu halten. Nicht etwa, weil die Krankenschwestern nicht für sie da sein wollen - im Gegenteil, aber es ist nunmal das gegenwärtige Gesundheitssystem, dass diese Maßnahmen vorschreibt. Derzeit ist es leider noch nicht vorgesehen, dass eine Hebamme durchweg die Zeit und die Freiheit hat, sich ausschließlich um die gebärende Mutter zu kümmern (den Unterschied macht in Österreich eine Wahlhebamme, die nicht von der Kasse bezahlt wird, mehr Infos dazu hier.) Auch wenn die Frau die einzige Entbindende auf der Station sein sollte, haben alle Pflegekräfte die Verpflichtung den Verlauf der Geburt zu dokumentieren und eine große Verantwortung – das Krankenhaus sichert damit ihre medizinische Versorgung, für den emotionalen Support fehlt ihnen schlicht und ergreifend die Zeit (Ausnahmen bestätigen sicher die Regel). Dabei ist der emotionale und psychische Support bei einer Geburt das A und O.

Die Kraft, ein Kind auf die Welt zu bringen unterliegt nicht körperlicher Stärke, sondern mentaler! Studien haben gezeigt, dass die Anwesenheit des medizinischen Personals alles in allem 21% von der gesamten Geburt ausmacht. Bereiten Sie sich für die anderen 79% vor!

2. "Mein Partner ist toll und unterstützt mich, wo er nur kann"


Partner schätzen oft die unterstützende Präsenz einer Doula. Sie haben ihre eigenen Bedürfnisse und Ängste, die es verdienen, angesprochen zu werden. Indem Sie Ihrem Partner helfen, sich ruhig und zuversichtlich zu fühlen, kann dieser am Ende auch Sie wiederum besser unterstützen! Doulas sind in der Lage genau diese Ruhe auf beiden Seiten zu schaffen – mithilfe diverser Komfortmaßnahmen, wie ausführlichen Vorgesprächen. {Ergänzung der Autorin: "...und einer großen Trickkiste an Entspannungsmaßnahmen"}.

 

Die Gate Control Theorie hilft uns zu verstehen, wie unser Schmerzempfinden funktioniert, Je mehr Stimulus in Form von Ablenkung und positivem Zuspruch wir erhalten, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass wir (nur) Schmerzen empfinden. Ihre Doula kann Ihren Partner in den vielen Möglichkeiten unterrichten, die Ihnen Komfort bieten. Emotional, durch körperliche Berührung, Akupressur und Positionsänderungen. Die Doula kann diese durch weitere Komfortmaßnahmen ergänzen, so dass Sie aus einem Pool verschiedener unterstützender Möglichkeiten schöpfen können, die Ihnen helfen, den Schmerz in Kraft oder sogar Vergnügen umzuwandeln! Plus, Doulas können den Partner unterstützen und in seinen Fähigkeit bestärken, sich mit Liebe und Zuversicht während der Geburt einzubringen und damit Stress und "Erfolgsdruck" abbauen. Die Zusammenarbeit mit einer Doula während der Geburtsphase sorgt für eine innigere Bindung zwischen ihnen als Paar und als Familie. #sexyscientificbirth

3. "Ich bin auch so schon zuversichtlich!" (... und das sollten Sie sein!)


Wir alle haben Ängste, wenn es um die Geburt geht und darum, ein neues Leben in der Welt und unserem Leben zu begrüßen. Ob das Ihr erstes Baby oder Ihr 10.Baby ist, spielt dabei keine Rolle. Ängste schleichen sich oft erst im Laufe der Schwangerschaft ein und werden dann gerne verdrängt – selbst bei selbstbewussten, erwartungsvollen Eltern! Doulas sind dafür ausgebildet, diese beim Namen zu nennen, sie zu stellen und freizulassen. Und das ist wichtig! Denn Angst produziert Adrenalin, ein Hormon, das in der ersten Phase die Geburt verlangsamen oder sogar zum Stillstand bringen kann. Das hat zur Folge, dass die Geburt unnötigerweise länger, anstrengender und schmerzhafter wird. Eine Doula kann helfen, eine hormonelle Kaskade auszulösen, die als "female stress response"/ die weibliche Stressreaktion bekannt ist – "tend and befriend" – wie wenn Frauen zusammen leben und sich ihre Menstruationszyklen aufeinander einstellen – diese Art und Weise aufeinander zu reagieren ist einzigartig zwischen Frauen, selbst die liebevollsten Männer werden unseren Menstruationszyklus nicht ändern oder durch ihre bloße Anwesenheit dazu beitragen, dass wir uns beruhigen und Stress abbauen, indem wir uns dem Fluss von Oxytocin während der Geburt hingeben, so wie es Frauen für gewöhnlich tun.

4. "Niemand bietet mir medizinische Interventionen an, wenn sie nicht nötig sind."


Forschungsergebnisse bestätigen, dass Doulas die Geburt verkürzen, das Risiko für einen Kaiserschnitt verringern, andere Interventionen unnötig machen, Ihre Zufriedenheit erhöhen und für bessere Erfolgserlebnisse beim Stillen sorgen. Weniger Interventionen führen außerdem dazu, dass Ihr Baby eine höhere APGAR-Punktzahl erreicht und damit weniger (medizinische) Nachsorge in Anspruch nehmen muss. (Was wiederum zur Folge hat, dass die Geburt an sich weniger kostspielig ist!)

Wie so oft im Leben, spricht man auch bei der Geburt vom sogenannten Domino-Effekt: eine Intervention kommt selten allein und führt schnell vom einen ins nächste...

 

Doulas sind dazu da, Sie vor dem ersten Domino zu schützen oder ihn wenigstens hinauszuzögern, und selbst wenn Interventionen nötig werden, reduzieren Doulas die Wahrscheinlichkeit, dass weitere folgen. Mehr Infos zu den Vorteilen einer Doula und aktuellen Forschungsergebnissen finden Sie hier.

5. Geburt ist zu ertragen – angenehm ist es nie!


Natürlich kann eine Doula nicht versprechen, dass eine Geburt ein Spaziergang wird - mit einer Doula an Ihrer Seite kann sie aber sehr wohl mit einer kürzeren Eröffnungsphase einhergehen – und das bietet oft schon den Nährboden für eine vergnügliche, positive Erfahrung! (...) Es gibt viele effektive Möglichkeiten, wie Doulas Ihnen helfen können, ein für Sie angenehmes Ambiente zu schaffen, Komfort zu bieten und die Geburt zu einer sinnlichen und sexuellen Erfahrung zu machen – allein das Verwenden (und Manifestieren) einer Sprache, die Komfort und Vergnügen an Stelle von Schmerzen setzt, die praktische Vorbereitung, die mithilfe von verschiedenen Techniken Ihre Fähigkeiten, eine sanfte Geburt erleben ausbaut.

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